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Ersatzfilme für den eingestellten Agfapan APX 25

Im Web tauchen immer wieder Fragen zum Ersatz des Feinkornfilms APX 25 auf. Hier einige Alternativen.

Übersicht:
Warum überhaupt Ersatz?
efke KB 25
GigaBitFilm
Agfa Copex in SPUR nanospeed
Ilford Pan F Plus
Kodak Technical Pan
Kodak T-Max 100
direkter Vergleich
Beispielbilder
Fazit

Warum überhaupt Ersatz?

Der Agfapan APX25 war ein niedrigempfindlicher Feinkornfilm (RMS 7) mit hoher Auflösung von 200 Linien pro mm (1:1000). Bei Großformatvergrößerungen spielte er seine Werte aus, 30x40 sind praktisch kornfrei, seine Auflösung ist höher als die der meisten Aufnahme-Objektive, die Vorzüge kommen eigentlich nur mit Stativ, Spiegelvorauslösung und Festbrennweite zur Geltung. Leider wurde dieses Filmjuwel zur Photokina 2000 vom Hersteller zu Grabe getragen, kurz danach waren die Weltvorräte durch Hamsterkäufe erschöpft.
Inzwischen sind die Vorräte aufgebraucht, also höchste Zeit, um sich über Ersatz-Aufnahmematerialen Gedanken zu machen.

efke KB 25

Der efke KB25 ist ein Film, der auf einem alten Rezept der Firma ADOX basiert, jedoch soll er inzwischen stark verändert worden sein. Hergestellt wird er durch fotokemika im kroatischen Samobor, importiert von FotoImpex, Berlin.

  1. Der Film kostet ca 3 Euro pro Patrone, wovon man 50 Ct abziehen kann, denn die Patrone ist prima zum Wiederladen geeignet. Ohne daß sie beim Angucken auseinanderfällt, läßt sie sich ohne Öffner, nur mit der Hand, leicht zerlegen. Dabei springt sie etwas auf, der Film läßt sich jetzt gut ins Patronenmaul einfädeln. Allerdings sollte man, wenn man Filme mit anderer Empfindlichkeit einspult, die DX-Felder abkleben, falls man Kameras mit DX-Erkennung nutzen will.
  2. Der Film ist nach dem Entwickeln und Fixen leicht rosa. Anders als beim T-Max bleibt er es auch nach stundenlangem Wässern. Meine Nachfrage beim Importeur FotoImpex ergab, daß der Träger leicht rosa eingefärbt ist. Da muß man beim MultiGrade-Vergrößern gegenfiltern.
  3. Der Film ist ziemlich kratzempfindlich, da die Gelantine recht weich ist. Zwar fallen die Streifen im Durchlicht des Vergrößerns meist nicht auf, aber so viele Telegrafendrähte hatte ich noch nie auf meinen Filmen. Härtefixieren mittels Härtezusatz von z.B. Tetenal zum Fixierbad beugt dem meist ausreichend vor; jedoch muß nach dem Härtefixieren länger gewässert werden.
  4. Wässern nur mit konstanten Temperaturen, da der efke stark zu Runzelkorn-Bildung neigt. Neben dem Fuji Neopan 400 ist der efke KB25 der einzige Film, den ich "verrunzelt" habe, bei inzwischen mehreren Hundert entwickelten Filmen insgesamt. Das Temperieren des Wassers mittels Warm- und Kaltwasserhahn ist nicht genau genug, da gerade die Warmwasserventile an den Armaturen der Waschbecken die unangenehme Eigenschaft haben, sich bei geringen Durchflußmengen selbst zu schließen, weil sich das Metall des ventils beim Durchfluß erwärmt und ausdehnt. Genaue Temperaturkontrolle mit Thermometer wärend des Wässerns ist angeraten. Ein 10-Liter-Wassereimer über Nacht dort abgestellt, wo auch die Chemieflaschen lagern, ist zum Wässern auch geeignet.
  5. Der Film scheint recht gut konfektioniert zu sein, der Filmanfang ist nicht an die Spule geklebt, sondern mit Widerhaken der Spule geklemmt. Der Kleinbildfilm ist nur auf einer Seite durchnummeriert, Typbezeichnung fehlt fast gänzlich, an einer Stelle findet sich der Schriftzug "KB25". Der Rollfilm ist beidseitig mit Zahlen versehen (1-16 für 6x4,5) und trägt mehrfach die Markierung R25, das Schutzpapier ist Englisch/Deutsch beschriftet.
    Gefertigt wird in Kroatien wohl auf ORWO-Maschinen.
  6. Die Auflösung des seligen APX25 war knapp über 200 Linien, die des efke ist AFAIR etwas unter 150.

In Ultrafin Sf und Negafin hat der efke mich nicht überzeugt, in Neofin Blau kam er etwas besser, war aber immer noch sehr hart. Erst die stärkere Verdünnung (30ml Neofin auf 970 ml Wasser) brachte bei 4min Entwicklungszeit und 3sek Kipprhythmus excellente Ergebnisse, es war erstaunlich, was dieser Film bei richtiger Entwicklung schafft, nachdem ich es ihm gar nicht mehr zutrauen wollte. Tonwerte und Schärfe springen plötzlich aus den Prints, der Film "lebt". Das Korn ist etwas gröber als beim APX25, der Tonwertreichtum jedoch ist diesem ebenbürtig oder sogar leicht überlegen, Schärfe ist dem APX25 ebenfalls gleichwertig, die Auflösung nur geringfügig niedriger.
Eine weitere Möglichkeit, den KB25 weich zu entwickeln, ist Agfa Rodinal in hoher Verdünnung. 5ml Konzentrat 1+100 verdünnt 10 Minuten bei 1 Minute Kipprhythmus kommen dem in Neofin blau entwickelten efke so nahe, daß Unterschiede bei JPEG-Kompression nicht mehr auffallen. Im direkten Vergleich ist Neofin blau etwas in Schärfe und Auflösung überlegen. Ur-Rodinal (z.B. Classic Arts / Foma F09) 1+200 läßt sich auch verwenden, aber die Entwicklungszeit von 30 Minuten bei 1min Kipprhythmus macht diesen Entwickler zeitaufwendiger.
Der efke ist dem GigaBitFilm in Bezug auf Schärfe, Feinkörnigkeit und Schärfe natürlich unterlegen, zieht man aber den Preis mit in die Rechnung ein, so ist der efke jedoch unschlagbar. Und: die Entwicklung des efkes ist sehr einfach, da kein Spezialentwickler, sondern ein Standart-Produkt eingesetzt werden kann.

GigaBitFilm

Der Film ist seit Mitte 2000 im Handel erhältlich. So wie es aussieht, wird er aber seit 1990 kontinuierlich entwickelt. Hergestellt wird die Chemie von der Firma Gigabitfilm, die anscheinend nur dieses eine Produkt anbietet und recht klein zu sein scheint.

Textpassagen in Anführungszeichen in diesem Abschnitt sind übrigens Zitate von der Webseite der Herstellerfirma. GBF ist meine Abkürzung für deren Namen.

Der Film soll die sagenhafte Auflösung von 720 Linien pro Millimeter haben, das ist weit mehr, als alle mir bekannten Kleinbild-Festbrennweiten liefern können. (Zum Vergleich: APX25 schaffte 200, Technical Pan 400 Linien bei Kontrast 1:1000). Ein Film, der also wesentlich besser ist als die gesamte Aufnahme- und Vergrößerungskette. Festbrennweiten mit bombenfestem Stativ sind neben Spiegelvorauslösung und Selbstauslöser sind Pflicht. Das Abblenden über 5,6 hinaus wird von GBF nicht empfohlen, der Gewinn an Tiefenschärfe wird mit Beugungsunschärfe an der kleinen Blendenöffnung bezahlt. Beim Vergrößern sollte das untere Glas entfernt werden oder lieber ganz glaslos gearbeitet werden, auch hier möglichst nicht über 4,0 abblenden.

GBF schreibt schon auf der Patrone und deren Dose den Satz, den wir alle von der Arzneimittelwerbung kennen: "Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage." Überhaupt sind alle Anleitungen recht unterhaltsam aufbereitet, man merkt, der Hersteller ist mit Leib und Seele Fotograf. Risiken gibt es so manche, Nebenwirkungen sind nicht auszuschließen:

  1. Das Entwicklungswerkzeug (Dose, Spirale usw) sollte sauber und netzmittelfrei sein, wer auf die sichere Seite gehen will, sollte eine eigene Dose und Spirale nur für GBF nutzen. Netzmittelreste könne ja allgemein die Entwicklungsergebnisse verschlechtern, aber beim normalen SW-Prozeß fällt das meist nicht störend auf. Beim hochauflösenden GBF dann doch. Man soll sogar die Dose / Spirale nicht auf der Heizung oder mit dem Fön trocknen, weil sonst Weichmacher aus dem Kunstoff austreten und die Entwicklung gefährden kann.
    Meinen ersten GBF habe ich mit Dose und Spirale entwickelt, in der bereits jede Menge SW und einige E6-Diafilme entwickelt wurden, auch bade ich darin die Filme im Netzmittel (sofort danach heiß ausgespült), der GBF ist trotzdem gelungen.
    Der GBF wird aus Meterware konfektioniert, meist beginnt die Randnummerierung nicht mit der Nr. 1 und beginnt mitten im Film nach 40 wieder mit 1. Ein Name ist nicht einbelichtet.
  2. Der Entwickler ist dem Film beigepackt, immer 24ml Einmalentwickler pro KB-Patrone. Der Prozeß ist für die üblichen 20°C ausgelegt, kann aber auch bei höheren Temperraturen ausgeführt werden. Ein logarithmischer Rechenschieber zur Ermittlung der Entwicklungsdauer ist auf der Anleitung abgedruckt. GBF nennt ihn "garantiert absturzfreien Entwicklungscomputer". Rollfilm für Mittelformat ist leider noch nicht erhältlich.
  3. Das Laden der Kamera sollte nur bei gedämpften Licht, möglichst sogar im tiefen Schatten erfolgen. Anders als bei Infrarotfilmen, bei denen das IR-Licht durch das Patronenmaul ins Innere gelangt, ist beim GBF der Filmträger selbst der Schuldige. Es ist PET, also der Kunstoff, aus dem die Getränkeflaschen hergestellt werden. Dieser leitet das Licht selbst ins Innere (wie ein Glasfaserkabel). Das Licht tritt allerdings vor allem an der Perforation des Filmtransportlöcher aus, so daß das eigentliche Bild selten Schaden nimmt. Bei greller Sonne bleibt aber ein Risiko. Die Leitfähigkeit des Trägers sieht man beim Vergößern deutlich: die aus der Bildbühne heraushängenden Enden und die Perforationslochkanten leuchten auf.
    Der PET-Träger (viele anderen Filme am Markt nutzen Azetat) ist übrigens von Vorteil bei der Trocknung: So schnell war noch kein SW-Film fertig zum "Eintüten". Allerdings ist der Träger steifer als der von anderen Filmen und rollt sich gerne wieder auf. Nach pressender Lagerung über ein, zwei Monate ist er allerdings sehr plan. Dazu reicht es nach meinen Erfahrungen aus, den Film in Azetat- oder Pergaminhüllen im Negativordner liegend aufzubewahren. Der Preßdruck von etwa 30 Azetathüllen mit Film über dem GBF reicht zum Planpressen bereits aus.
  4. Zum Stoppen sollte ein saures Stoppbad verwendet werden.
  5. Fixieren mit den üblichen Filmfixieren geht sehr schnell. Nach 10-20 Sekunden ist der Film klar, nach max 45 Sekunden ist er archivfest. Man sollte sich lieber ein Einmal-Fixbad ansetzen, das man z. B. 1:20 oder 1:30 verdünnt, dann kann man die genaue Fixzeit besser kontrollieren. Fixzeit soll dreimal die Klärzeit sein.
  6. Netzmittelbad wie üblich mit entmineralisierten Wasser ansetzen, GBF empfiehlt das Abstreifen mit Haushaltskrepp-Papier. Trockenflecke habe ich nicht bemerken können, obwohl ich darauf verzichtete.
  7. Der GBF ist sehr weich, das dMax ist recht gering, man kann durch den Filmanfang gut durchgucken. Die Zeiten sind ja auch für ein Beta von 0,5 ausgelegt, die Zeiten der anderen Chemiehersteller für 0,65. Diese Weichheit macht Großvergrößerung zu einem Vergnügen, Zeiten von 3 Sekunden beim Maßstab 1:15 sind kein Problem. Bei Formaten wie 13x18 wirds dann allerdings schwer, man soll ja nur wenig abblenden. Allerdings fällt IMHO die Beugungsunschärfe von Blende 16 bei 13x18 nicht wirklich störend auf.

Die erste Testvergrößerung mit 30x40 offenbarte mir den bislang schärfsten Kleinbildfilm, der mir untergekommen ist. Ob der GBF wirklich 720 Linien schafft, weiß ich nicht, jedenfalls schaffe ich mit den Olympus Festbrennweiten, meinem doch nicht so stabilen Stativ und meinem SK-Componon S nicht die maximale Auflösung. Allerdings ist der Film um Längen besser als der APX25, auch weil er nicht so hart ist. Korn kann ich bei 30x40 nur erahnen, und daß mit geeigneten Aufnahmewerkzeugen noch mehr Details herauszuholen wären, glaube ich ohne weiteres.
GBF nennt den Film den "untechnischsten, den es je gab. Alles, was man sieht, ist auf dem Film." Ich nenne ihn den besten, den ich je sah.

Man kann beim Einsatz des GBF vieles vergessen, das man gelernt hat:

  1. Zooms sind schlechter als Festbrennweiten. Man muß eher sagen: Festbrennweiten sind nicht ganz so übel wie Zooms.
  2. Bei Blende 8 haben Objektive ihre beste Abbildungsleistung. Eher bei Blende 4, da stört die Beugung noch nicht.
  3. 1 durch Brennweite ist die Zeit, die man noch aus der Hand halten kann. Nun, man sollte immer ein Stativ einsetzen.
  4. Mittelformat ist besser als Kleinbild. Nein, KB ist nah am MF herangekommen. Das gilt allerdings nur solange, bis der GBF als Rollfilm kommt.

Einen Nachteil darf man aber nicht verschweigen: Der Spaß ist recht teuer. Film und Entwickler kosten das Vierfache von APX 25 inkl. Entwicklung (Meterware, selbsteingespult), Technical Pan mit Entwicklung kostet nur die Hälfte des GBF (Meterware, selbstgespult).

Nachtrag: Es handelt sich beim GigaBitFilm um Agfa-Meterware (AGFA COPEX Pan AHU, ein Film für Repro-Anstalten) und die Firma GigaBitFilm stellt den Entwickler her. Den genannten Agfa-Film bekommt man allerdings nicht in für Amateure verwendbaren Losgrößen und nicht im Fotohandel, sondern nur ab Werk (50 Rollen Meterware und mehr...) GBF läßt den Agfa mit Randeinbelichtung versehen uns in KB-Patronen einspulen.

Agfa Copex in SPUR nanospeed

Den Agfa Copex läßt sich inzwischen bei einigen Händlern auch in hobbyfotografenfreundlichen Mengen (1 Rolle Meterware mit 30,5m, jedoch ohne Randeinbelichtung, oder in KB-Patrone eingespult, auch ohne Einbelichtung.) Als Entwickler bietet sich dann neben der inzwischen einzeln erhältlichen Gigabitchemie auch der nanospeed-Entwickler der Firma SPUR an. Dieser scheint mit der Gigabitchemie recht ähnlich zu sein, die Ergebnisse sind vergleichbar; viele der beim GigaBitFilm gemachten Aussagen treffen auf Copex in SPUR ebenfalls zu.
Die Unterschiede zwischen SPUR und GBF sind durch Scannen und JPEG-Komprimierung im Web schlecht präsentierbar, lediglich im direkten Vergleich entsprechender 30x40-Prints nebeneinander fällt der Unterschied auf: SPUR zeigt etwas mehr Schärfe bei in etwa gleichem Korn nebts etwas mehr Details. Die Unterschiede sind aber so gering, daß sie durchaus auf Entwicklungseinflüsse bzw unterschiedliche Filmchargen zurückzuführen sein könnten. Wer also unbedingt Randeinbelichtungen im Film benötigt, sollte zum GBF greifen. Wer darauf verzichten kann, hat die Wahl zwischen beiden Filmen.

Ilford Pan F Plus

Der Ilford Pan F Plus ist ein Film mit klassischer kubischer Technologie mit 50 ASA. Mein erster Test in Ultrafin SF überzeugte mich nicht. Aber in Negafin entwickelt, rangiert er, was die Körnigkeit betrifft, zwischen dem feineren APX 25 und dem etwas gröberen T-Max 100. Die Tonwerte des Ilford sind allerdings IMHO besser als die des härteren APX 25, der Pan F holt mehr Graustufen aus dem Objekt, weil er weicher ist. Preislich hält er sich mit dem verflossenen Agfa 25er so ziemlich die Waage. Er wird jedoch von "weichgemachten" efke KB25 in fast allen Parametern übertroffen.

Kodak Technical Pan

Kodaks Technical Pan ist eigentlich ein Dokumentenfilm. Diese Filme dienen normalerweise dazu, um technische Unterlagen, Dokumente o. ä. abzufotografieren und zu reproduzieren. Wahrscheinlich ist er, um bei Kunstlicht besser abzuschneiden, für Rot mehr sensibilisiert als normale SW-Filme. Der Einsatz von Rotfiltern bei der Aufnahme erfordert eine Minuskorrektur bei TTL-Messung statt der sonst notwendigen Belichtungszeitverlängerung. Der TP erzielt 400 Linienpaare pro Millimeter und ist extrem hart, um beim Reprografieren maximalen Kontrast zu erzielen. Für die bildmäßige Fotografie kann er mittels extrem weich arbeitendem Entwickler (Kodaks Technidol, Tetenal Neofin Doku SPUR Dokuspeed usw.) zu Graustufen gebracht werden. Trotzdem merkt man ihm die Herkunft an, er ist in Neofin Doku noch immer recht hart und hat nur wenige Graustufen. Dafür glänzt er mit einem sehr feinen Korn, das bei 30x40 praktisch unsichtbar bleibt. In SPUR Dokuspeed entwickelt, wird er wesentlich weicher mit mehr Graustufen.

Kodak T-Max 100

Kodaks T-Max 100 ist ein Film auf T-Kristall-Basis. Im Gegensatz zu herkömmlichen Filmen mit kubischen (würfelförmigen) Silberkristallen werden die T-Kristalle kontrolliert "gezüchtet". Sie sind flach, und haben deswegen bei gleichem Silbergehalt eine größere Oberfläche. Deswegen können sie mehr Licht aufnehmen, die Folge ist, daß das sichtbare Korn bei gleicher Filmempfindlichkeit kleiner ist als bei herkömmlichen Filmen. Es gibt allerdings Aussagen, daß wegen der Kristallform andere Parameter wie Schärfe, Grauwertreichtum und Auflösung schlechter sein sollen, als es klassische Filme bieten können.
Im praktischen Einsatz ist der T-Max 100 wesentlich feinkörniger als die 100er mit kubischem Kristall, der Kodak kommt bei 30x40-Abzügen dem Feinkorn-Film PanF+ nicht ganz nahe, aber das Korn ist IMHO akzeptabel. Für Aufnahmen aus der Hand ohne Stativ ist der 100er Pflicht, da die 25er/50er nur sehr geringe Tiefenschärfen freihand erlauben.

Direkter Vergleich:

Die Vergleichsfilme sind unten zu sehen. Ich habe den efke KB 25 in einem direkten Vergleich gegen den APX 25 und den Kodak T-Max 100 getestet. Die Filme steckten jeweils in meinen Stereokameras, die Objektive sind identisch (Olympus Zuiko 1:2,8/135), die Blendenwerte (jeweils 8) ebenfalls; GigaBitFilm mit 5,6 bei Aufnahme und 4 bei der Vergrößerung. Auch die Zeiten der Kameras wurden manuell eingestellt, APX/efke identisch, Ilford um eine, Kodak um zwei Zeitstufen unterschiedlich. Auslösung mittels Selbstauslöser und Spiegelvorauslösung auf Stativ (trotzdem könnte der GBF noch schärfer sein, da der Tag recht windig war und mein Stativ bestimmt Mikroschwingungen ausführte). Außer Konkurrenz lief ein Test mit der Yashica MAT124G (APX 100), das Ergebnis ist trotzdem mit aufgeführt. (Kontrollaufnahmen mit Mamiya 645E und 1:4,210 ergaben nochmals mehr Detailauflösung, besonders im Randbereich) Ohne Beispiel-Bilder bleibt der APX 400, dessen Korn stark sichtbar ist. Die anderen Filme stammen von einem anderen Tag, möglichst gleicher Standort, und unter Verwendung des selben Objektivs.

Abzüge auf 30x40 bringen praktisch keinen Unterschied zwischen APX 25 und efke KB 25 in der Kornstruktur zu Tage. Geringfügig niedrigere Detailauflösung des efke wird durch bessere Tonwerte wettgemacht.
Der T-Max ist gegen den efke nur unwesentlich weicher, Schärfe und Tonwertreichtum des efke ist etwas besser. Dessen Prints wurden fast ausnahmslos von SW-Erfahrenen Personen als scharf und detailreich gelobt, direkter Vergleich mit dem GBF ist zwar eindeutig unterlegen, aber ein efke-Abzug "allein" betrachtet, kam immer sehr gut an. Zieht man noch das Preis/Leistungs-Verhältnis mit ein, ist der Kroate unschlagbar.
Der Technical Pan ist zeigt zwar teilweise mehr Details als der APX25, ist aber in Tetenal Neofin Doku wesentlich härter.
Der Ilford PanF+ ist ein etwas gröbkörniger Film als APX25, recht tonwertreich, jedoch detailärmer.
Testsieger ist aber, und das um Längen, der Agfa Copex/Gigabitfilm. Im 30x40-Print entdecke ich Details, die kein anderer der Filme auflöst. Z.B. sind die Gewindegänge der Haken vorn an der Lok zu erkennen, die feinen Schriften mit der Herstellerbeschriftung (rechts neben der 270) sind lesbar, der allgemeine Schärfeeindruck ist umwerfend. Allerdings ist der Film sehr weich, es muß durch härtere Gradationswahl beim Vergrößern gegengesteuert werden, wenn das Aufnahmemotiv nur selbst wenige Blenden Kontrast hat, könnte es auf dem Positiv "eng" werden. Bei solchen Motiven dürfte der härtere Technical Pan erfolgreicher sein.

Und hier die Bilder:

Gesamtbild (Negativscan)
Ausschnitt (Negativscan)
Ausschnitt eines auf 30x40 vergrößerten Negativs.
Kommentar
APX25
Agfa APX 25
APX25 Ausschnitt
Agfa APX 25 Ausschnitt
-
Ultrafin SF
Tetenal Vario Comfort, Splitgrade 1+3 50% / 50%
GigaBitFilm
GigaBitFilm
-
GigaBitFilm Print
GigaBitFilm Abzug
GigaBitChemie

Tetenal Vario Comfort, Splitgrade 1+3 50% / 50%
-
-

Agfa Copex Abzug
Agfa Copex in SPUR nanospeed
Tetenal Vario Comfort, Gradation 2
-
Technical Pan
Kodak Technical Pan Ausschnitt
-
Neofin Doku

Tetenal Vario Comfort, Splitgrade 1+3 50% / 50%
-
KB 25 Ausschnitt
efke KB 25 Ausschnitt
-
Neofin Blau 30ml + 970ml Wasser
-
-
Maco PO100c
Ilford Pan F Plus Abzug
Negafin
Tetenal Vario Comfort, Splitgrade 1+3 50% / 50%
-
-
TMax 100 Print
Kodak T-Max Abzug
Ultrafin SF
Ilford Ilfospeed Gradation 2
-
-
APX100-120 Abzug
Agfa APX 100 -120 Abzug
Ausschnitt eines auf 30x40 vergrößerten Negativs.
Ultrafin SF
Tetenal Vario Comfort, Splitgrade 1+3 50% / 50%
Yashica MAT124G 1:3,5/80

Bei allen Aufnahme- und Vergrößerungsobjektiven wurde Blende 8 gewählt, lediglich beim GigaBitFilm 5,6 bzw. 4. Die Kleinbildaufnahmen alle mit Olympus Zuiko 1:2,8/135mm.
Filmscanner CanoScan 2700F (deswegen die leichten Streifen) Ausschnitt 2720 dpi.
Flachbettscanner Epson GT 6500 bei 300 dpi
Gespeichert mit "Für Web sichern" aus Photoshop 5.5 bei 20% Qualität als JPEG-Datei ohne jedwede Bildnachbearbeitung außer Verkleinerung der linken Bilder.
Hier sind nur Vorschauen zu sehen, die Bilder öffnen sich in jeweils einem neuen Browserfenster.

Fazit:

Ich denke, trotz der JPEG-Kompression kommen die Unterschiede herüber:

Die besten Kleinbildaufnahmen sind IMHO die des GigaBitFilms, gefolgt vom efke KB25/APX25 und T-Max 100. Der TechPan ist mir zu hart, Details mit geringen Kontrasten gehen unter.
Die Mittelformat-Aufnahmen zeigen die besten Ergebnisse, mehr Aufnahmefläche ist gleichbedeutend mit mehr Details, man beachte die Schärfe und Detailtreue der Türklinke und des Schlüssel-Loches. Mit den besseren Optiken der Mamiya 645 ist noch mehr Detailauflösung erzielbar.

Meine eigene Reihenfolge ist:
APX100-120, Agfa Copex/SPUR, GigaBitFilm-135, efke KB25/APX25-135, Ilford PanF50-135, Technical Pan-135, TMax-135. Nicht die Reihenfolge der Körnigkeit, sondern die des Gesamteindruckes (Detailreichtum, Tonwerteumfang, Schärfe, Körnigkeit).
Der Copex/Gigabitfilm steht verdammt nah an Mittelformat, allerdings nur dann, wenn nicht über 5,6-8 abgeblendet wird.
Trotzdem bleibt natürlich der Formatvorteil ves Rollfilms mit seiner 3-4 mal größeren Filmfläche, Detailreichtum, Schärfe, Tonwerte usw. sind bei MF mit Stativ, Spiegelvorauslösung und guten Optiken, immer noch besser als der beste KB-Film. Die Mamiya-645-Aufnahmen (hier nicht gezeigt) haben "mehr Biß", sind "knackiger", gefallen besser.

Ich habe den Packen 30x40-Vergrößerungen verschiedenen Leuten gezeigt, ohne daß die Personen etwas über den Aufnahmeprozeß wußten. Die 6x4,5-Bilder wurden immer als die besten bezeichnet, die der Yashica Mat 124 kamen dahinter, dann kam der Copex/GBF, gefolgt von efke KB25/APX25 (diese praktisch gleichauf). Die Reihenfolge der übrigen Filme war nicht eindeutig, sondern wurde unterschiedlich gewertet.