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Runzelkorn hat nichts mit der Struktur des Filmmaterials (also dem Filmkorn) zu tun, es ist ein anderer Fehler. Aber der Name paßte wohl zu gut, als daß er geändert wurde.

Wie entsteht es:

Runzelkorn ist das Produkt unsachgemäßer Temperatursteuerung im SW-Prozeß. Meist wird es beim Wässern erzeugt.
Die SW-Prozeßtemperatur ist im allgemeinen 20°C. Diese Chemietemperatur stellt sich im Sommer von allein ein, die Chemie in den Vorratsflaschen wird von der Umwelt auf ungefähr dieser Temperatur gehalten, auch das Wasser aus der Leitung hat in etwa diese Temperatur. Der Film wird also während der gesamten Verarbeitung auf ziemlich gleicher Temperatur verarbeitet.

Anders in der kühleren Jahreszeit: Das aus der Leitung fließende Naß hat oftmals nur 10°C und muß auf 20°C erwärmt werden. Wird dies nicht richtig kontrolliert und der Film beim Wässern mit Wasserwechsel (statt Durchlaufendem Wasser mit Cascade o. ä., wegen hohem Wasserverbrauch unwirtschaftlich) mit stark unterschiedlich warmem Wasser gewässert, kann es bei einem plötzlichen starkem Temperatursturz passieren (z. B. Wasser mit 30°C ausgießen und neues mit nur 12°C einfüllen), daß die Gelantine, in die die bilderzeugenden Silberkörner eingebettet sind, in viele kleine Stückchen zerreißt. Diese bleiben aber noch auf dem Filmträger haften. Je nach Filmtyp kann das entstehende "Runzelkorn" aussehen wie getrockneter und dabei zerrissener Erdboden (daran erinnern sich die meisten von TV-Nachrichten aus z. B. Sahel, Namibia und ähnlichen Dürregebieten) oder wie eine dünne Schicht von Schokoflocken auf dem Vanillepudding.

Nicht alle Filme sind für Runzelkorn gleich empfindlich, einigen SW-Materialien scheint das Runzeln vollkommen abhanden gekommen zu sein, andere sind sehr empfindlich. Mein erster "Verrunzelter" war der hier gezeigte Neopan, einen efke KB25 habe ich auch zum "Runzeln" gebracht (den sogar nur teilweise, nämlich da, wo das kalte Wasser in die Dose floß. Ich bemerkte den Fehler sofort.). Agfa-, Ilford- und Kodak-Materialen habe ich noch nicht verrunzelt.

Wie vermeidet man es:

Durch Einhaltung der Wassertemperatur von 20°C beim gesamten Wässern. So einfach.
Entweder beim Wasserwechsel immer mit dem Finger oder besser mit Thermometer kontrollieren, nur im Sommer entwickeln oder einen großen Kanister in die DuKa stellen, der sich über zwei, drei Tage an die Temperatur der anderen Chemie anpassen kann.

Und hier die Bilder:

Fuji Neopan 400
Fuji Neopan 400
Fuji Neopan 400
Fuji Neopan 400 Ausschnitt
efke KB 25
efke KB 25 Abzug

Scanner CanoScan 2700F (deswegen die leichten Streifen in den Tiefen) Ausschnitt 2720 dpi bzw. Epson GT-6500 mit 300dpi.
Gespeichert mit "Für Web sichern" aus Photoshop 5.5 bei 20% Qualität als JPEG-Datei.
Hier sind Vorschauen zu sehen, die Bilder öffnen sich in jeweils einem neuen Browserfenster.